| Zeitungsmeldung vom 13. April 1992:
KZ Buchenwald: Von der Erinnerung überwältigt
Vor 47 Jahren befreiten sich die Insassen des Konzentrationslagers Buchenwald selbst. Rund 3000 Menschen gedachten auf dem Ettersberg bei Weimar der Befreiung. Anton Igel, ehemaliger Häftling des Lagers, hielt vor der Gedenkstätte eine Mahnwache. Seine Frau Elisabeth wurde von der Erinnerung überwältigt.
|
|
 |
|
|
| Ab August 1937 wurde das Konzentrationslager Buchenwald nahe Weimar errichtet, mit 136 Außenstellen in Mitteldeutschland und zum Teil im Ruhrgebiet.
Insgesamt waren unter Leitung der Kommandanten K. Koch und Pister (ab Ende 1941) bis Kriegsende ca. 239000 Personen in Buchenwald, von denen ca. 56000 ihren Aufenthalt nicht überlebten. Unter den im Dezember 1943 insgesamt ca. 35600 Häftlingen befanden sich ca. 12600 sowjetische Fremdarbeiter, ca. 11400 politische Schutzhäftlinge und ca. 7300 Polen. 1941/42 wurden in Buchenwald tausende sowjetische Kriegsgefangene ermordet.
|
|
Außer in dem von der SS-Firma Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH errichteten
Großziegelwerk arbeiteten die vielfach unsäglichen Schikanen (stundenlange Appelle, unzureichende Kleidung usw.) ausgesetzten Insassen in den den Außenstellen zugerech-neten Rüstungsbetrieben der Firmen Krupp, Wintershall, IG Farben, Junkers, Braunkohle-Benzin AG u.a. |
|
In Buchenwald fanden Ernst Thälmann und Rudolf Breitscheid den Tod.
Am 11. April 1945 - zwei Tage vor dem Eintreffen amerikanischer Soldaten - erfolgte die Selbstbefreiung der noch verbliebenen 21000 Häftlinge.
Die sowjetische Militäradministration hat Buchenwald 1945-1950 als Internierungslager verwendet.
|
|
|