Natzweiler-Struthof (Frankreich)
Im Winter 1940/41 wurde bei dem Gehöft Struthof in der Nähe des Vogesendorfes Natzweiler 50 km südwestlich von Straßburg ein Lager errichtet, um im Rahmen des SS-Unternehmens „Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH“ Granitvorkommen auszubeuten. Zuverlässige Angaben über die Zahl der Häftlinge (Sommer 1942: 550; 1944: über 7000) sind nicht bekannt. Die Häftlinge wurden zum Teil für medizinische Versuche der Universität Straßburg mißbraucht, z. B. zur Erprobung chemischer Kampfstoffe. Vom Hauptlager wurden über 40 Außenkommandos in Baden, Württemberg und Frankreich überwacht und von Arbeitskräften versorgt, die unter unmenschlichen Bedingungen bis zur physischen Vernichtung ausgebeutet wurden. Beim Herannahen der Front wurde das Lager im Spätsommer 1944 geräumt, die noch überlebenden Insassen nach Dachau verlagert.
Michel-Nr. Frankreich 1078