Theresienstadt (Tschechische Republik)
Im November 1941 wurde im Kreis Nordböhmen in der Festungsstadt Theresienstadt (tschechisch: Terezin) ein KZ errichtet, in das praktisch alle böhmisch-mährischen Juden (76000) deportiert und in der Folgezeit 41900 Juden aus dem Deutschen Reich, 15300 aus Österreich und 4900 aus den Niederlanden gebracht wurden. Von der Reichsführung als „Vorzugslager“ bezeichnet (für Juden über 65 Jahre und im 1. Weltkrieg zumindest mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse Dekorierte sowie Schwerkriegsbeschädigte), wurde ein gewisses eng begrenztes kulturelles Leben gestattet.

Insgesamt wurden von Theresienstadt aus 88.000 Häftlinge in die Vernichtungslager nach Polen, besonders nach Auschwitz, deportiert. In Theresienstadt selbst fanden von den insgesamt 141.000 Inhaftierten ca. 33.500 den Tod.

Am 7. Mai 1945 wurden etwa 30.000 Insassen von sowjetischen Truppen befreit.

Michel-Nr. Tschechoslowakei 1816 Kinderzeichnung aus dem Konzentrationslager Theresienstadt
Theresienstadt war nicht nur ein „Altersghetto“, sondern in
besonderem Maß auch ein Konzentrationslager der
Kinder. 15.000 haben das Ghetto passiert, nur 100 sind zurückgekommen.

Theresienstadt ist auch die Endstation des langen Weges der Prager Jüdischen Gemeinde. Das Prager Ghetto - so alt wie die Stadt - war eine der größten Judensiedlungen Europas.

Tatsächlich ist es Heydrich gelungen, ein makabres Scheinleben in Theresienstadt zu etablieren, die Stadt mit einer Tünche von Pseudo-Normalität zu versehen. Viele Juden ließen sich von der Gestapo überreden, einen Platz in Theresienstadt zu „kaufen“ und sogar ihre Fahrkarte dorthin zu bezahlen. Und was sie bei ihrer Ankunft sahen, hatte auf den ersten Blick wirklich nichts mit einem KZ gemein. Innerhalb der Festungswälle gab es keine SS-Wachen, keine brutalen Kriminellen als Kapos.

Zwangszuschlagmarke für Pakete aus Theresienstadt